Stolpersteine - |
70 Jahre danach – Pogromgedenken. Mediationsweg auf den Spuren ehemaliger
Leipziger durch die Innenstadt
Infos: www.stolpersteine-leipzig.de Kontakt: Marion Kunz |
Leipzig, Herbst 1939, Wettiner Straße 9: Der Hauseigentümer ist laut einem Sondergesetz verpflichtet, Frau Hedwig Burgheim die Wohnung fristlos zu kündigen. Frau Burgheim (Jg. 1887) war Jüdin und musste in ein so genanntes "Judenhaus" ziehen. Im Februar 1943 holte die Gestapo sie ab. Vom Transport weg wurde Hedwig Burgheim am 27.2.1943 in Auschwitz ermordet.
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Der Kölner Aktionskünstler Gunter Demnig erinnert an die Opfer der NS-Zeit, indem er vor ihrem letzten selbst gewählten Wohnort Gedenktafeln aus Messing in den Bürgersteig einlässt. Wenn jemand dann vorbeiläuft und es glänzen sieht, beugt er sich vielleicht neugierig herab, um sich die Sache näher anzusehen. Wenn er dann den Blick hebt, sieht er das Haus in dem das Opfer gelebt habt - und hat eine kleine Verbeugung gemacht. Das ist eine Idee des Künstlers, der außerdem sagt: "Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist", sagt Gunter Demnig. Und mit den Steinen vor den Häusern hält er die Erinnerung an die Menschen lebendig, die einst hier wohnten. Auf den Steinen steht geschrieben: HIER WOHNTE... Ein Stein. Ein Name. Ein Mensch.
Am 3. April 2006 wurden die ersten elf Stolpersteine in Leipzig verlegt, ein Stein für Hedwig Burgheim in der Wettiner Straße 9, einer für Beate Cäcilie Kranz in der Dresdner Straße 14 und neun Steine für die Familie Prinz in der Alexanderstraße 46. Leipzig ist damit die 141. Stadt in der Bundesrepublik und die 5. in Sachsen, die sich dem Projekt anschließt.
Wenn euch das Projekt interessiert, dann habt ihr zwei Möglichkeiten. Ihr könnt Marion Kunz einladen, die mit euch in eurer JG einen Abend zum Thema Erinnern, am Beispiel der Stolpersteine, macht. Die zweite Möglichkeit wäre, dass ihr selbst schaut, selbst macht - euch beteiligt. Wenn ihr euch entschieden habt einen Stolperstein zu erarbeiten, dann besteht der erste Schritt darin mit dem Jugendpfarramt,
also mit
Marion Kunz oder Friederike Wagner, Kontakt aufzunehmen. Wir werden euch bei den ersten Schritten helfen, also wo sucht und findet man was. Wenn das klar ist, geht es weiter mit dem Auswählen einer Person, der Biographierecherche und schließlich der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten, denn ein Stein kostet 95eur.
Die Verlegung der Steine wird von dem Jugendpfarramt in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Stolpersteine koordiniert.
Link zur Stolpersteinseite Leipzig und zur Seite der Michaelis-JG:
www.stolpersteine-leipzig.de und www.michaelis-friedens.de